ZU-FRIEDEN – eine Andacht zum Frieden in der Heilig-Geist-Kirche zu Werder

Am Sonntag (25. August) trafen sich rund 20 Menschen zu einer besonderen Friedensandacht in der Heilig-Geist-Kirche. Zur Musik von John Lennon mit seinem Song „Imagine“ haben wir über Wege zum Frieden nachgedacht.

Stelle dir vor es wäre Krieg – und niemand ginge hin.
Stelle dir vor, alle äußeren Einflüsse gehörten für einen Moment nur einer unscheinbaren fernen Realität an und wirkten nicht auf deinen Alltag ein.
Stelle dir vor, die Menschen verspürten keinen Neid, keine Gier und keinen Hass aufeinander.
Schließe deine Augen und stelle dir einen Himmel vor, der sich weit über deinen Kopf und den Horizont hinaus erstreckt. Ein einfacher Himmel – kein Himmelsreich, keine leeren Fantasien, keine Luftschlösser. Stelle dir den Boden unter deinen Füßen vor. Einfache Erde und weites Land – keine Ruinen, keine Festungen, kein Tor zur Hölle.
Du stehst mittendrin in diesem Lebensraum frei von Gewalt, frei von Störfaktoren, frei von Anreizen zu Parteinahme, Zwängen zu Rechtfertigung und Motiven, egoistisch zu handeln.
Diesen, deinen, unseren Raum bezeichnet die Abwesenheit von Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit. Meinst du nicht, dass wir hierin schon eine gute Basis gefunden haben, um ZU FRIEDEN zu gelangen?
Es reicht nicht aus, Grenzen aufzulösen, um dem Frieden näher zu kommen. Der Frieden muss im ureigensten Kern einer Gesellschaft entstehen – nämlich bei dem Individuum selbst, bei deinem Nachbarn, deiner andersgläubigen Mitarbeiterin, bei DIR. Und du kannst ihn transportieren, ja andere mit deiner Zufriedenheit „anstecken“.
Es scheint doch eigentlich ganz einfach zu sein:
Fang doch bei dir selbst an und mach den ersten Schritt, dein ganz persönliches Friedensangebot an deine Mitmenschen und an deine Umwelt:
Sei nicht neidisch auf das heißbegehrte Gut deines Nächsten, sei nicht gierig nach übermäßigem Wohlstand und nach einem Leben im Überfluss, und übe keine Gewalt aus zur Bewältigung deiner eigenen Unzufriedenheit – sondern strebe nach Ruhe, Ausgeglichenheit und nach Harmonie. Finde deine eigene Zufriedenheit und komme zum Frieden.

Was wäre, wenn jede und jeder so lebt? Jetzt, hier, einfach so?

Ein sonniges Festival zum Abschluss der Aktionswoche

800 Werderaner*innen feiern auf der Insel für ein solidarisches und weltoffenes Werder

800 Besucher*innen feierten am Samstag beim Weltoffenen Werder Festival vor der Heilig-Geist-Kirche auf der Insel. Das Festival mit vielfältigen Musikgruppen und Bands bildete den Höhepunkt der diesjährigen Aktionswoche Weltoffenes Werder, bei der es in der Stadt Feste, Diskussionsveranstaltungen, Theater und Workshops an Schulen zu den Themen Weltoffenheit, Demokratie und Klimagerechtigkeit gab. Bei mediterranen Temperaturen wurden abends bei einem grandiosen Auftritt der Werderaner Kultband Blacksmith ordentlich gerockt. Organisiert wurde die Woche und das Festival vom Aktionsbündnis Weltoffenes Werder, einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Akteure, Bildungseinrichtungen, der Kirche und Einzelpersonen, das sich für ein offenes und solidarisches Miteinander stark macht. Simone Holzwarth vom Aktionsbündnis zeigte sich besorgt über die erneute Zunahme rechts motivierter Kriminalität in Brandenburg: „Wir wollen nicht, dass Ausgrenzung und Hass auch in Werder um sich greifen, dass sich Menschen wegen ihrer Herkunft unsicher fühlen oder dass antirassistisches Engagement bedroht wird.“ Große Anerkennung bekam das Aktionsbündnis auch von der Bundestagsabgeordneten Manja Schüle (SPD) und von Annalena Baerbock, der Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen. Beide besuchten das Festival und kamen mit Besucher*innen ins Gespräch. Zum zweiten Mal fanden die Aktivitäten unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) statt. Ihr wurde bei der Eröffnung vom Netzwerk Neue Nachbarn der „Baum der Vielfalt“ übergeben, ein Apfelbaum behängt mit Wünschen der Aktionswochen-Besucher für ein zukunftsfähiges Werder. „Der Baum wird direkt vor die neue Touristeninformation gepflanzt. Wenn die ersten Äpfel reif sind, ernten wir sie gemeinsam mit den Geflüchteten in Werder“ freute sich Saß.

Talkrunde: Wie machen wir Brandenburg zukunftsfähig?

Am Dienstag fand im Rahmen der Aktionswoche Weltoffenes Werder eine Talkrunde zur Landtagswahl im Werderaner Kulturpalast Scala statt. Auf dem Podium saßen Kandidat*innen der Parteien aus dem Wahlkreis 19 (FDP, SPD, Grüne, Linke, Freie Wähler) sowie Werderaner Aktivist*innen aus dem Netzwerk neue Nachbarn und der Klimabewegung Fridays for Future. Die Bandbreite der Themen war beeindruckend: Es ging um die Schwierigkeiten in der Unterbringung von Geflüchteten, den Mangel an Kitaplätzen, den Kohleausstieg in der Lausitz, den Ausbau des ÖPNV und noch vieles mehr. Vom Netzwerk neue Nachbarn und auch aus dem Publikum wurde dabei auch auf die Missstände in der Ausländerbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit Sitz in Werder hingewiesen, in der laut Augenzeugenberichten sehr hart mit den Hilfesuchenden umgegangen wird. Dieser Zustand muss sich dringend ändern, denn wir wünschen uns ein tolerantes, weltoffenes und vielfältiges Brandenburg ohne Diskriminierung. Das Aktionsbündnis Weltoffenes Werder freut sich darüber, dass an diesem Abend eine so konstruktive und spannende Diskussion über die Zukunft Brandenburgs entstanden ist. Begleitet wurde die Talkrunde von Moderator Timo Kaphengst, der an den richtigen Stellen wichtige Nachfragen stellte.

Eindrücke vom Workshop „Ubuntu – ich bin, weil wir sind“

Es duftete nach frischem Kaffee, Zitronentee und Pflaumenkuchen: Der Workshop: ‚Ubuntu – ich bin, weil wir sind‘ in Kollaboration mit ALIVE Café Berlin, Sedick Sasman und Katharina Forster, konnte beginnen. Erstaunlich, dass es bei dem heißen Tag im Atelier in der Vulkanfiber Fabrik deutlich kühler war, heizt es sich doch sonst gerne mit der Sonne zu tropischen Temperaturen auf. Nach einem gemütlichen Brunch, zu dem diesmal nicht nur Köstliches beigetragen wurde, sondern auch spontan Überraschungsbesuch aus der Nachbarschaft kam, konnte mit dem Schreibteil begonnen werden. Da das Angebot ja auch für die gedacht war, die nicht alltäglich kreativ arbeiten, gab es verschiedenste Objekte, die den Einstieg ins Schreiben erleichterten. Genaue, objektive Beobachtung eines Objektes war das erste Ziel, ohne Bewertung und Verknüpfung mit Erinnerungen an vergangene Erfahrungen. Wie oft beobachten wir etwas und urteilen im selben Moment? Das, was wir hier an einem Stein, einer Muschel, einem Handyladegerät oder Buch übten, das wertfreie Beschreiben, geht doch so oft im Alltag unter. Im zweiten Schritt erst wurde den Assoziationen gedanklich und schriftlich nachgegangen. Das Ladekabel erinnert an den Schreckmoment, als das Handy aus, die Not zu Telefonieren aber groß war. Oder aber ans alte, liebgewonnene erste Nokiahandy, bevor es vom iPhone abgelöst wurde, etc. Die bewusste Trennung von reiner, objektiver Beobachtung und emotionalen, urteilsvollen Assoziation zu dem Gesehenen – dies konnte beim Schreiben und in der folgenden Unterhaltung deutlich werden. Gespräche darüber, wie objektives Beobachten im Alltag in der Begegnung mit Mitmenschen hilfreich, urteilsvolles Beobachten hinderlich sein kann, hätten noch lange weiter gehen können.

©K.Forster

Beitragsbild: ©K.Forster

Auftakt der Aktionswoche – Impressionen vom Nachbarschaftsfest auf der Jugendhöhe

Am Samstag den 24.08.2019 fand zum Auftakt der diesjährigen Aktionswoche Weltoffenes Werder unser Nachbarschaftsfest auf der Jugendhöhe statt. Es war ein sonniges Fest mit guter Stimmung, vielen Tanzeinlagen, leckerem hausgemachtem Essen und jeder Menge Spaß für Kinder. Viele verschiedene Vereine und Initiativen haben zusammengearbeitet, um die Begegnung zwischen alten und neuen Nachbarn und interessierten Menschen aus Werder möglich zu machen. Alle zusammen haben wir ein wunderbares fröhliches Fest auf die Beine gestellt und uns über ca. 350 Besucher*innen gefreut!

Beteiligt waren:

Stadt Werder (Havel), Evangelische Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder, Freie Waldorfschule Werder, Karl-Hagemeister Grundschule, Oberstufenzentrum Werder, IB Gemeinschaftsunterkunft Jugendhöhe, Netzwerk Neue Nachbarn Werder, Havel Tec, Stadt-Land.move e.V., AWO Bezirksverband Potsdam e.V., Kita Havelzwerge, Kreissportbund Potsdam-Mittelmark, Katharina Forster (Projekt Klumpatsch), Lehniner Institut für Kunst und Kultur e.V., Die Linke, Stiftung Job e.V.